„…dann geht doch mal ins ZeSaBo nach Bonn…“

Mitarbeiter der Fordwerke Köln

©ZeSaBo

Christoph M., Purchasing Manager bei den Ford-Werken in Köln, hatte schnell einen Trupp von Kolleginnen und Kollegen um sich geschart, als er hörte, dass das Zentrallager für Sachspenden in Bonn dringend helfende Hände benötigt. Um ehrenamtlich aktiv zu sein, müssen bei Ford keine kostbaren Urlaubstage genommen werden. Im Gegenteil, das Unternehmen stellt jedem seiner Mitarbeiter zwei voll bezahlte Social-Days zur Verfügung, um ehrenamtliche Projekte zu unterstützen. Ein besonders starkes Engagement floss in den letzten Jahren dorthin, wo es am nötigsten gebraucht wurde: in die Flüchtlingshilfe.

„Es ging uns darum, unsere Kräfte in ein humanitäres Projekt zu stecken“, strahlt mich Christoph jetzt an. Und mit der gleichen Begeisterung, wie seine Kollegen Eva B., Larissa H., Giuseppe L. und Richard F. zustimmen, packen sie auch schon zu. Keine Bluse und kein Hemd ist vor dem fröhlichen Elan der Truppe sicher und wird super organisiert umgehängt. Hier sind Macher am Werk, die echten Spaß an der Sache mitbringen. Keine Frage, es ist ja auch ein tolles Gefühl, wenn man sich für so etwas Wichtiges wie für die Versorgung von bedürftigen Menschen einsetzen kann. Der Gedanke, der Gemeinschaft etwas zurück zu geben, ist Teil der Ford‘schen Unternehmensphilosophie und stammt von dem amerikanischen Mutterkonzern. „In den Staaten ist gesellschaftliche Verantwortung ein wichtiger Baustein der Unternehmenskultur“, erklärt Christoph, der inzwischen eine Winterjacke mit geübtem Blick in die vor ihm stehende Kiste sortiert.

Giuseppe hievt eine riesige Spendentüte auf einen der Sortiertische der frisch zusammengebauten „Sortierstraße“. Um dem Spendenberg möglichst effizient Herr zu werden, ist auch hier Logistik gefragt. Eva und Larissa wundern sich, wie hoch der Anteil Frauenbekleidung ist und erkennen intuitiv den Ernst der Lage: Es fehlt im Zentrallager regelmäßig an Männerbekleidung und -schuhen. „Aber das sind nicht die einzigen Engpässe“, melde ich mich hinter einem Stapel Kinderwäsche. „Babywindeln in allen Größen, Rucksäcke, Schulranzen, Töpfe und Pfannen schaffen es meist gar nicht bis in das Regal der Warenausgabe.“ Die Wärme der Spenderhand ist noch nicht abgekühlt, da liegen die Spenden schon im Kofferraum eines Wagens der zahlreichen Flüchtlingspaten.“ Und um die Weihnachtszeit werden 20 Flüchtlingsbabys als Neubürger das Licht der Welt in den Unterkünften der Stadt Bonn erblicken. „Ohne Windeln wird das ein ganz schöner Schlamassel“, denke ich und packe den Wäschestapel in die Kiste. Wieder eine voll.

Richard schnappt sich die und beschriftet sie. Er ist einer der aktiven Fußballer der Ford-Mannschaft. Sportlich bewegt er sich durch die schmale Flucht, die die Sortierkartons ihm lassen und manövriertet einen vollgepackten Karton nach dem anderen geschickt vor die Halle, um sie auf einen Lagerwagen zu stapeln. „Wie viele Kilo werden wir heute wieder gestemmt haben?“ blitzt es durch meinen Kopf, während draußen der Schatten des bis zum Rand bepackten Transportwagens wie von Geisterhand Richtung Zwischenlager rollt. Jan M., Hauptehrenamtskoordinator, ist hinter den hoch gestapelten Kisten verschwunden und wuchtet den Wagen Stück für Stück voran. Hier ist sich keiner zu schade zuzupacken – egal, was für eine Arbeit anfällt. Ehrenamtler sind eben ein ganz besonderer Menschenschlag. Und immer gut drauf. Das bestätigt sich prompt, als sich Christoph nach dem überaus erfolgreichen Sortiertag im ZeSaBo flugs die Kaffeetassen schnappt und spült.

Wer viel arbeitet, darf sich zufrieden auf den Feierabend freuen. So klingt in einer gemütlichen Runde bei Heißgetränk und süßen Sachen der besondere Einsatz der Ford-Mitarbeiter im Sachspendenlager aus.

Fünf waren von Köln losgezogen – bewerkstelligt haben sie den Job von Zehn.

Im Namen aller ZeSaBo-Ehrenamtlichen möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei Euch für diesen spontanen Einsatz bedanken. Wie schade, dass Ihr die staunenden Augen meiner Kollegen nicht sehen könnt, wenn diese sich über Euer Tagwerk freuen!

Fotos©ZeSaBo